Von Treatwell wechseln: der vollständige Migrationsleitfaden für deutsche Salons
Treatwell funktioniert. Viele deutsche Friseur- und Kosmetiksalons haben dort begonnen, weil die Plattform Akquise verspricht: Neukunden finden dich über den Marktplatz, du zahlst pro Buchung. Doch sobald dein Stammkundenkreis wächst, kippt die Rechnung. Eine Provision von 2,50 € bis 3,50 € pro Buchung (und höhere Gebühren auf Neukunden über den Marktplatz) plus ein Software-Abonnement von 50 € monatlich summiert sich schnell auf 200 €-400 € pro Monat. Für einen Salon mit voller Agenda ist das grob gesagt ein Arbeitstag Umsatz, der jeden Monat an die Plattform geht - während du die meisten Kunden inzwischen selbst zurückgewinnst. Dieser Leitfaden ist für Salons, die diesen Schritt machen wollen: weg von Marketplace-Provisionen, zurück zur eigenen Kundenbeziehung und zu einem Software-Stack mit TSE-konformer Kasse, DSGVO-konformer Datenspeicherung und eigener Payment-Anbindung. Kein theoretischer Vergleich, sondern ein praktischer Fahrplan: Was kostet Treatwell wirklich, welche Daten bekommst du mit, und wie wechselst du, ohne deinen Kundenstamm zu verlieren.
Was kostet Treatwell wirklich pro Monat?
Die meisten Salons rechnen zu Beginn falsch. Sie schauen auf das Software-Abonnement (50 €/Monat für Treatwell Pro) und akzeptieren die Provision als "Akquise-Kosten". Rechnet man genau, sieht es anders aus. Ein durchschnittlicher Salon mit 80 Buchungen pro Monat à 45 € erzielt 3.600 € Umsatz. Davon gehen bei Treatwell ab: 50 € Abonnement + 80 × 2,50 € = 200 € Provision = **250 € pro Monat, rund 7 % deines Bruttoumsatzes**. Für Neukunden über den Marktplatz zahlst du teilweise zusätzlich 4 €-6 € pro Buchung - in ausgebuchten Monaten erreichen deine Plattform-Gesamtkosten 400 €-500 €. Zum Vergleich: Salonnare Pro kostet 59 €/Monat pauschal, ohne Provisionen. Deine eigene Mollie- oder Stripe-Anbindung kostet ab 0,29 € pro Transaktion. Die gleichen 80 Buchungen = 59 € + (80 × 0,29 €) = 82 € pro Monat. Das sind **218 € weniger pro Monat**, also 2.616 € pro Jahr. Der Break-even liegt bereits bei ca. 20-25 Buchungen pro Monat - sobald du darüber liegst, fährst du mit einem Flat-Fee-Modell jedes Jahr 1.500 €-3.000 € günstiger.
Welche Daten solltest du aus Treatwell mitnehmen?
Bevor du kündigst, musst du sicher sein, dass deine wichtigsten Geschäftsdaten nicht zurückbleiben. Treatwell ermöglicht dir per CSV-Export aus deinem Dashboard folgende Daten: Kundendaten (Name, E-Mail, Telefonnummer), Buchungshistorie der letzten 12 Monate, Behandlungen mit Preisen, Mitarbeiterpläne und Lagerbestand. Was du NICHT bekommst: Treatwell-Rezensionen bleiben Eigentum von Treatwell (stehen auf deren Marktplatz, verschwinden bei Kündigung für dich), Zahlungshistorie von über Treatwell abgewickelten Zahlungen, und Marketing-Statistiken darüber, welche Kunden über den Marktplatz kamen. Für längere Historie als 12 Monate musst du ein Support-Ticket senden - das kann eine Woche dauern. Plane das also früh in deinem Migrationsfahrplan ein. Treue Kunden, die du seit Jahren kennst, stehen in der Kundenliste, aber ihre vollständige Buchungsgeschichte ist auf das letzte Jahr beschränkt - das bedeutet, dass du bei ihnen nicht mehr genau siehst, welche Farbtönung oder welche Behandlungstechnik beim letzten Mal verwendet wurde. Das ist einer der Gründe, erst umzusteigen, nachdem du kritisch geprüft hast, was du wirklich verlierst.
Daten aus Treatwell exportieren: Schritt für Schritt
Logge dich in dein Treatwell Pro Dashboard ein. Gehe zu **Settings → Data Export**. Hier findest du vier Tabs: Customers, Bookings, Services, Staff. Klicke pro Tab auf "Download CSV". Öffne jede Datei in Excel, Numbers oder Google Sheets, um zu prüfen, ob die Daten vollständig sind. Achte besonders darauf: Sind alle Kunden enthalten (kein Cut-off auf Seite 2), sind Telefonnummern vollständig (Treatwell speichert teils nur verifizierte Nummern), und stimmen die Behandlungspreise (MwSt.-Regeln können anders dargestellt sein).Für Buchungshistorie länger als 12 Monate sendest du ein Support-Ticket über das Hilfe-Symbol oben rechts: "Anfrage nach erweitertem Buchungsexport bis Datum X". Du bekommst in der Regel innerhalb von 3-5 Werktagen eine ZIP-Datei mit CSV. Bewahre alle Exporte an mindestens zwei Orten auf: deinem eigenen Computer und einer Cloud-Sicherung (Google Drive, iCloud). Du brauchst sie möglicherweise noch als Referenz in den ersten Wochen nach dem Wechsel.
Migration zu Salonnare (oder einer anderen eigenständigen Software)
Erstelle ein kostenloses Salonnare-Konto über /free - keine Kreditkarte, 1 Mitarbeiter und 50 Buchungen pro Monat kostenlos für unbegrenzte Zeit. Beim Onboarding siehst du direkt den CSV-Importer. Lade zuerst die Customers-Datei hoch, das System liest die Treatwell-Spaltennamen in einem Mapping-Dialog. Dort benennst du zum Beispiel "FirstName" in "Vorname" um, falls nötig. Nach dem Import: Mache eine Stichprobe. Suche 10 Kunden in Salonnare und prüfe, ob ihre Daten stimmen.Behandlungen importierst du anschließend - weil Treatwell und Salonnare aber unterschiedliche Strukturen verwenden (Treatwell verlangt Kategorien, Salonnare ist flexibler), legst du das Behandlungsmenü meist manuell neu an. Nimm dir maximal eine Stunde, um deine Service-Struktur neu zu gestalten: Das ist ein guter Moment, um Add-on-Leistungen hinzuzufügen, die du bei Treatwell nicht hattest. Verknüpfe anschließend dein eigenes Mollie- oder Stripe-Konto über Einstellungen → Zahlungen → Mollie verbinden. Das ist ein einminütiger OAuth-Flow - du loggst dich in deinem Mollie-Dashboard ein und autorisierst Salonnare. Ab diesem Moment landet das Geld direkt auf deinem eigenen Bankkonto, nur mit Mollie-Transaktionskosten, ohne Treatwell-Aufschlag.
Kunden informieren und Treatwell kündigen
Zwei Wochen vor dem Wechsel sendest du eine E-Mail an deinen gesamten Kundenstamm: "Wir haben unser Buchungssystem erneuert - ab [Datum] buchst du über diesen neuen Link." Gestalte die Nachricht persönlich: kurze Erklärung, dass du eigenständig weiterarbeiten willst, Link zum neuen Buchungs-Widget. In Salonnare gibt es ein Mail-Kampagnen-Modul, das dies mit einem Klick an deine importierte Kundenliste sendet. Aktualisiere gleichzeitig dein Google Business Profile mit dem neuen Buchungs-Button (Google bietet hier ein separates "Online buchen"-Feld, das du auf deine eigene URL setzen kannst) und ändere deinen Instagram-Bio-Link. Für Treatwell: Gehe zu Settings → Subscription → Cancel. Treatwell hält eine Kündigungsfrist von einem Monat ein, schriftlich per Mail bestätigt. Lasse das alte Konto noch 30 Tage parallel aktiv - so kannst du historische Buchungen nachschlagen und einzelne Kundenfragen beantworten ("Hatte ich beim letzten Mal eine L'Oréal- oder Wella-Farbe?"). Nach diesen 30 Tagen kündigst du endgültig und lädst den letzten Export als Archiv herunter. Die durchschnittliche Migration von Treatwell zu Salonnare kostet einen aktiven Arbeitstag: vier Stunden Daten-Import und Konfiguration, zwei Stunden Kundenkommunikation, plus einen Tag für die Wirkung der Kundenmails.
Nach drei Monaten: was ändert sich in deinem Arbeitsalltag?
Konkrete Veränderungen, die Salons nach einem Treatwell-zu-eigene-Software-Wechsel berichten. Erstens: Du siehst, warum welcher Kunde zurückkommt. Treatwell liefert dir zwar Buchungen, aber wenig Kontext - deine eigene Software bietet dagegen: automatische Rebook-Erinnerungen basierend auf der Behandlungshistorie, Notizen bei Kunden ("allergisch gegen Ammoniak", "möchte immer einen Cappuccino"), Segmentierung für Geburtstagsmailings. Zweitens: Deine eigene Marke wird sichtbarer. Kunden, die über Treatwell buchen, kennen vor allem die Treatwell-Plattform, nicht dich. Nach dem Wechsel steht dein Name, dein Corporate Design und deine URL in der Bestätigungsmail - das übersetzt sich in 5-10 % mehr direkte Buchungen über Google und Instagram, weil Kunden deine Website jetzt kennen. Drittens: No-Shows sinken. Treatwell-No-Show-Gebühren sind begrenzt (5-10 € fix), während dein eigenes System mit Anzahlung bei Buchung arbeiten kann (zum Beispiel 15 € oder 30 % des Behandlungspreises) plus automatischem Mollie-Zahlungslink bei No-Show für den Restbetrag. Die Anzahlung funktioniert direkt per Kreditkarte, Apple Pay und SEPA - was wichtig ist, weil Marketplace-Konkurrenten oft nur Kreditkarten-Autorisierung unterstützen. Salons, die Anzahlungen aktivieren, sehen die No-Show-Quote innerhalb von drei Monaten von 10-15 % auf unter 3 % sinken. Viertens: Du behältst deine Marge. Das ist die Rechnung vom Anfang - jedes Jahr 1.500 €-3.000 € weniger Provision ist Geld, das direkt in dein Unternehmen fließt statt an einen Marktplatz. Für einen Solo-Salon ist das effektiv ein zusätzlicher Urlaub oder ein Satz neuer Werkzeuge, ohne dass der Umsatz steigen musste.
Treatwell vs. eigene Software (Salonnare) - jährliche Gesamtkosten
| Treatwell | Salonnare | |
|---|---|---|
| Software-Abonnement | 50 € × 12 = 600 € | 59 € × 12 = 708 € |
| Provision 80 Buchungen/Monat | 2,50 € × 80 × 12 = 2.400 € | 0 € |
| Zusätzliche Marketplace-Provision | 50-100 €/Monat | 0 € |
| Transaktionskosten | In Provision enthalten | 0,29 € × 80 × 12 = 278 € |
| Rezensionen-Eigentum | Plattform | Salon |
| Kundenbeziehung | Geteilt mit Plattform | Exklusiv beim Salon |
| Kündigungsfrist | 1 Monat | Monatlich kündbar |
| Gesamt Jahr 1 | 3.600-4.200 € | 986 € |
Bereit, deine eigene Kundenbeziehung zurückzugewinnen?
Starte kostenlos mit Salonnare - ein Mitarbeiter, 50 Buchungen pro Monat, eigene Payment-Anbindung, keine Kreditkarte erforderlich. Migrations-Hilfe beim CSV-Mapping inklusive. Neugierig auf die Technik? Lies die [technische Case Study auf vaniersel.dev](https://vaniersel.dev/en/portfolio/salonnare).
Kostenlos startenVeelgestelde vragen
Kann ich meine Treatwell-Rezensionen mitnehmen?
Nein. Treatwell-Rezensionen bleiben Eigentum von Treatwell und verschwinden aus deinem Profil, sobald du kündigst. Die Lösung ist, parallel schon neue Google-Business-Rezensionen zu sammeln vor dem Wechsel: Salonnare hat automatische Rezensions-Anfragen nach Terminen, die direkt auf Google Business verweisen, was langfristig wertvoller ist als Rezensionen auf einem Marktplatz.
Wie lange dauert der komplette Wechsel?
Für einen Salon mit unter 2.000 Kunden und weniger als 100 Buchungen pro Woche: einen aktiven Arbeitstag für Daten-Import und Konfiguration, plus zwei Wochen für Kundenkommunikation und Parallelphase. Größere Salons oder Multi-Standort-Setups planen üblicherweise eine Woche mit Anbieter-Unterstützung.
Was mache ich mit offenen Treatwell-Gutscheinen oder Guthaben?
Exportiere sie als CSV aus Treatwell, bevor du kündigst, und importiere sie manuell als Credits in Salonnare. Gib deinen Kunden per Mail eine Übersicht über ihr Restguthaben mit Bestätigung, dass sie es bei der neuen Software weiter nutzen können. Gutscheine, die kürzlich bei Treatwell gekauft wurden (innerhalb von 2 Jahren), können vom Kunden nicht mehr zurückgeholt werden - dokumentiere das gut.
Finden mich meine Stammkunden auch ohne Treatwell-Marktplatz?
Stammkunden ja - sie haben deinen Namen, deine Telefonnummer und WhatsApp bereits. Neukunden, die vorher über die Treatwell-Suche kamen, findest du über: Google Business Profile (kostenlos, 60 % der lokalen Suchen), Instagram mit einem direkten Buchungslink in der Bio, und ggf. Google Ads auf Markenname + "Friseur [deine Stadt]". Erwarte in den ersten 2-3 Monaten einen temporären Rückgang von 10-20 % Neukunden-Zulauf - danach kompensiert deine eingesparte Provision das reichlich.
Kann ich Salonnare kostenlos testen, bevor ich Treatwell kündige?
Ja. Das ist der empfohlene Ansatz: Nutze Salonnare Free (0 €/Monat, 1 Mitarbeiter, 50 Buchungen) parallel zu Treatwell für 30 Tage. So lernst du die Oberfläche kennen, testest den CSV-Import und verfeinerst dein Behandlungsmenü, bevor du kündigst. Upgrade auf Starter (29 €) oder Pro (59 €), sobald du sicher bist, dass du vollständig wechselst.

